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Ausstellung in der Galerie am Stein: DEBRIS
2026
Die Veranstaltung
Sonia Leimer setzt sich in ihrer künstlerischen Arbeit mit den Bedingungen und der Zukunft unserer existenziellen Räume auseinander. Dabei ist „Raum“ ein vages und ambivalentes Konzept: Es gibt mentale, virtuelle und soziale Räume ebenso wie Habitate, Architektur, Städte, Landschaften oder Rückzugsorte. Unsere alltäglichen Vorstellungen von Raum sind zudem von einer populären Kosmologie geprägt, die sich im Zuge der „Eroberung“ des Weltraums in den 1960er- und 1970er-Jahren herausgebildet hat.1 Auch der Kosmos, das Universum selbst, ist Raum. (Letizia Ragaglia)
Mit den Skulpturen Space Junk, die in der Galerie am Stein präsentiert werden, reflektiert die Künstlerin, inwiefern selbst die unendlichen Weiten des Weltalls das Leben auf der Erde widerspiegeln und umgekehrt. Leimers Serie der Space Junk Skulpturen bezieht sich auf Schrottteile ausgedienter Satelliten und Raumkapseln. In ihren unterschiedlichen Größen und Formen verkörpern diese Objekte den gesellschaftlichen Wunsch nach Fortschritt, weisen jedoch zugleich darauf hin, dass radikale Veränderungen womöglich nicht nachhaltig sind. Einerseits verweisen sie auf technologische Weiterentwicklung, andererseits zwingen sie uns zur Auseinandersetzung mit den Umweltproblemen, die diese unsichtbaren Infrastrukturen mit sich bringen. Manche der auf dem Boden platzierten Edelstahlobjekte setzen sich aus jeweils zwei Halbkugeln, die mit einem zylindrischen Ring verbunden sind, zusammen. Im Kontrast zur Symmetrie der Skulpturen mit ihren gerillten, handwerklich perfekt gearbeiteten Oberflächen stehen die Anlauffarben der Schweißstellen sowie Löcher, die die Außenhülle aufreißen und den Blick ins dunkle Innere der Formen freigeben. Die Objekte mit ihren Deformationen sind Zeugnisse eines Richtungswechsels, einer ungeplanten Wegstrecke, bestimmt von der komplexen Beziehung zwischen M ensch, Technik und Natur.
Die in der Ausstellung versammelten Siebdrucke basieren auf unterschiedlichen fotografischen Aufnahmen der Sonne, die mittels schwarzer Acrylfarbe auf Reststücke von Isolationsfolien gedruckt wurden, die beim Bau von Satelliten und Sonden verwendet werden. Die Arbeit Solar Orbiter zeigt eine solche Aufnahme und verweist zugleich auf die Forschung mit dem gleichnamigen Satelliten, die darauf abzielt, das unberechenbare Verhalten der Sonne besser zu verstehen – ein Unterfangen, das uns bislang nur Annäherungen erlaubt, während ihr Wesen weiterhin weitgehend unergründet bleibt. Smiley zeigt den „Happy-Face“-Krater auf dem Mars, dessen Erscheinung an ein lächelndes Gesicht erinnert und auf den menschlichen Versuch verweist, im All Muster und vertraute Bilder zu erkennen. Der Siebdruck 1845 auf goldener Isolationsfolie greift eine der ersten fotografischen Aufnahmen der Sonne aus dem Jahr 1845 auf, erstellt von Hippolyte Fizeau und Léon Foucault mithilfe der Daguerreotypie, auf der bereits Sonnenflecken sichtbar sind. Das Bildmaterial der Arbeiten wird dabei mit den verwendeten NASA-Restmaterialien verknüpft, sodass diese beiden Annäherungsformen – fotografische Darstellung und physisches Material – zu einer neuen räumlichen Erfahrung zusammengeführt werden.
1 Franco La Cecla, Mente locale. Per un’antropologia dell’Abitare, Elèuthera, Mailand 1993, S. 15.
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